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Strukturierte Verkabelung (Details)

Aus der Kenntnis der möglichen Netztopologien und der verschiedenen Übertragungsmedien heraus muss für die Realisierung einer Netzstruktur ein Verkabelungskonzept erarbeitet werden. Dabei ist der Einsatz standardisierter Elemente wichtig, da nur dadurch ein besonderer Investitionsschutz erreicht werden kann. Die verwendeten Kabeltypen, Verteiler und Anschlusseinheiten sollten unternehmensweit festgelegt werden. Die Einhaltung dieser Vorgaben ist bei jeder Installation zu überwachen. Eine Änderung der Kabelsysteme sowie deren Betrieb und Wartung kann hohe Kosten verursachen. Auch eine mögliche Integration mehrer Anwendungen wie Daten, Sprache und Video sollte berücksichtigt werden, um zusätzliche Leitungsverlegungen zu ersparen.

Ein typisches Verkablungskonzept stellt die "Strukturierte Verkabelung" dar. Die Standardisierung erfolgt durch internationale, europäische und deutsche Gremien. Aus dem internationalen Systemstandard ISO/IEC 11801 ist die DIN EN 50173:2000 hervorgegangen. Diese Normen enthalten vor allem Empfehlungen für den generellen Aufbau eines Verkabelungssystems. Darüber hinaus werden die einzusetzenden Kabeltypen und Steckersysteme klassifiziert sowie die Ende-zu-Ende-Verbindungen (Link-Klassen). Festgelegt werden vor allem die Anforderungen bezüglich der Dämpfungseigenschaften und des Übersprechverhaltens. Da der Geltungsbereich der Norm sich auf große Gelände-Ausdehnungen von bis zu 3 km, eine Bürofläche bis zu 1 Million Quadratmeter und bis zu 50.000 Endgeräte bezieht, werden lokale Netze in drei Bereiche gegliedert:

Primärbereich:

Im Primärbereich werden zentrale Komponenten und einzelne Gebäude miteinander verbunden. Solche Hauptnetze müssen eine besondere Leistungsfähigkeit besitzen. Sie werden im allgemeinen auch als Backbone-Netz bezeichnet.

Sekundärbereich:

Der Sekundärbereich umfasst die Verbindung zwischen einem zentralen Verteiler oder Netz und den einzelnen Etagenverteilern.

Tertiärbereich:

Die Verbindung der einzelnen Arbeitsstationen mit den Etagenverteilern kennzeichnet den Tertiärbereich.

Im Primärbereich finden Fernverbindungen ihren Einsatz, die überwiegend in LWL-Technik und Funktechnik realisiert werden. Lichtwellenleiter stellen häufiger auch die Verbindungen im Sekundärbereich dar. Zum Teil werden auch CAT6-Leitungen wie z.B. S/STP-Kabel verwendet. Der Tertiärbereich wird zur Zeit noch vorzugsweise in CAT5 verdrahtet (UTP-Kabel), zunehmend kommen aber auch STP-Kabel zur Anwendung. Der Anschluss erfolgt meist an RJ-45 Buchsen. Um den Anschluss der einzelnen Arbeitsstationen an einzelne Netzsegmente flexibel handhaben zu können, kommen in den Stockwerkverteilern Verteilerfelder (Patch Panels) zum Einsatz. Die Verwendung farblich gekennzeichneter Verteilerkabel (Patchkabel) hilft dabei die Übersichtlichkeit zu erhöhen und Fehler zu vermeiden.

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